AG Historisches Fechten
Historisches Fechten wird zur Zeit bei „Estoc“ in Form von Arbeitsgruppen betrieben. Es geht um die Rekonstruktion historischer Fechtweisen. Wobei wir den Begriff „historisch“ sehr weit fassen. Er umfaßt für uns die Zeit vom Mittelalter bis zur Elektrifizierung des Sportfechtens in den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts.
Wichtig für uns ist, daß wir historisches Fechten nicht „sportlich“ betreiben. Das heißt wir fechten nicht auf Treffer, sondern mit dem Ziel saubere Aktionen und Techniken auszuführen.
Es hat sich dabei als am praktischsten herausgestellt, mit minimaler Schutzausrüstung zu arbeiten. Meistens verwenden wir nicht mehr als Fechtmaske und Handschuhe.
Anders als beim Sportfechten gibt es für historisches Fechten keine optimierte und damit Sicherheit garantierende Schutzausrüstung. Freies Fechten mit historischen Waffen und mit dem sportlichen Gedanken, dem Gegner Treffer beizubringen, halten wir deshalb für zu gefährlich um es mit der zweckentsprechenden Intensität und Dynamik ausführen zu können.
Aus diesem Grund lassen wir in den Arbeitsgruppen für historisches Fechten nur Teilnehmer zu, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen und die wir in dieser Hinsicht für absolut vertrauenswürdig halten. Die Teilnehmer müssen in der Lage sein ihre Waffe so zu kontrollieren, daß Treffer dem Partner weder Schmerzen zufügen noch ihn gefährden.
Voraussetzungen sind daher
- Körperbeherrschung
- Erfahrung und Sicherheit im Umgang mit Waffen
- Charakterliche Reife
Eine fechterische Grundausbildung ist logischerweise wünschenswert. Dabei spielt es nur eine geringe Rolle, ob die Grundausbildung beim Sportfechten oder Bühnenfechten absolviert wurde. Auch Kampfsporterfahrung aus anderen Richtungen kann die geforderten Voraussetzungen bringen.